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Altersvorsorge

Entnahmeplan

Definition

Ein Entnahmeplan regelt, wie angespartes Vermögen in regelmäßige Auszahlungen umgewandelt wird - etwa als monatliche Zusatzrente im Ruhestand. Entscheidend sind Entnahmerate, erwartete Rendite und die Frage, ob das Kapital erhalten bleiben oder verzehrt werden soll.

Auch bekannt als: Auszahlplan, Entnahmestrategie, Entnahmerate

Die zweite Hälfte des Vermögensaufbaus

Jahrzehntelang wird angespart - doch irgendwann dreht sich die Frage um: Wie wird aus dem Depot ein verlässliches monatliches Einkommen? Genau das beantwortet der Entnahmeplan. Seine Stellschrauben: das Startkapital, die monatliche Entnahme, die erwartete Rendite des weiterhin angelegten Restkapitals und die Dauer. Daraus ergeben sich zwei Grundmodelle: Beim Kapitalverzehr wird das Vermögen planmäßig aufgebraucht - höhere Entnahme, aber endlich. Beim Kapitalerhalt wird nur so viel entnommen, wie das Kapital erwirtschaftet - die Entnahme ist kleiner, hält dafür theoretisch ewig.

Anders als eine Rentenversicherung garantiert der Entnahmeplan nichts - dafür bleibt das Kapital flexibel verfügbar und vererbbar.

Ein Praxisbeispiel

300.000 € Depotwert, das Restkapital erwirtschaftet 4 % pro Jahr: Bei reinem Kapitalerhalt sind dauerhaft rund 1.000 € monatlich möglich. Mit Kapitalverzehr über 25 Jahre steigt die mögliche Entnahme auf etwa 1.580 € - dann ist das Kapital am Ende aufgebraucht. Der Entnahmeplan-Rechner zeigt beide Varianten und den Verlauf des Restkapitals Jahr für Jahr. Wichtig: Wer die Entnahme an die Inflation anpassen will (real konstante Kaufkraft), muss anfangs weniger entnehmen.

Typische Fehler und Missverständnisse

  • Das Renditereihenfolge-Risiko übersehen: Ein Crash in den ersten Entnahmejahren wiegt viel schwerer als später - denn es wird ins fallende Depot hinein entnommen. Ein Puffer aus 2-3 Jahresentnahmen in Tagesgeld/Festgeld entschärft das.
  • Mit Durchschnittsrenditen fest kalkulieren: 6 % "im Schnitt" können 20 gute und 5 katastrophale Jahre bedeuten - konservative Annahmen und Flexibilität bei der Entnahmehöhe sind der Sicherheitsgurt.
  • Steuern vergessen: Entnahmen aus dem Depot realisieren Kursgewinne - darauf fällt Abgeltungsteuer an; die Netto-Entnahme ist kleiner als die Brutto-Order.
  • Inflation ignorieren: 1.000 € heute sind in 20 Ruhestandsjahren real deutlich weniger - die Entnahme sollte dynamisch geplant werden.

Wichtige Hinweise

  • In der Praxis bewährt sich ein Mix: sichere Basisrente (gesetzlich, ggf. Versicherung) für die Fixkosten, Entnahmeplan für den flexiblen Rest.
  • Faustregeln wie die Vier-Prozent-Regel liefern Startwerte, ersetzen aber keine individuelle Rechnung.

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