Geldanlage & Börse
Depot
Definition
Ein Depot (Wertpapierdepot) ist das Konto, auf dem Aktien, ETFs, Fonds und Anleihen verwahrt werden. Es wird bei einer Bank oder einem Broker geführt und funktioniert wie ein Girokonto für Wertpapiere - mit Käufen und Verkäufen statt Überweisungen.
Auch bekannt als: Wertpapierdepot, Depotkonto, Depots
Wie ein Depot funktioniert
Ohne Depot kein Wertpapier: Aktien, ETFs und Fonds existieren heute nur noch elektronisch, und das Depot ist der Ort, an dem sie deinem Namen zugeordnet verwahrt werden. Eröffnet wird es online bei einem Broker oder einer Bank - inklusive Identitätsprüfung und einem Fragebogen zur Erfahrung mit Wertpapieren, den das Gesetz vorschreibt. Zum Depot gehört immer ein Verrechnungskonto: Von dort wird bei Käufen abgebucht, dorthin fließen Verkaufserlöse und Dividenden.
Für die Praxis wichtig: Depotinhalte sind Sondervermögen bzw. dein Eigentum - sie gehören dir, nicht der Bank. Geht der Anbieter pleite, werden die Papiere schlicht herausgegeben oder übertragen. Das unterscheidet das Depot fundamental vom Sparkonto, das "nur" durch die Einlagensicherung geschützt ist.
Ein Praxisbeispiel
Anna eröffnet ein kostenloses Online-Depot, richtet einen ETF-Sparplan über 150 € ein und überweist zusätzlich 2.000 € auf das Verrechnungskonto für einen Einmalkauf. Nach dem Kauf zeigt ihr Depot: 1 Position, 14,2 Anteile eines Welt-ETFs, aktueller Wert, Einstandskurs und Wertentwicklung. Dividenden ihres ETFs landen automatisch auf dem Verrechnungskonto; die jährliche Steuerbescheinigung erstellt der Broker.
Typische Fehler und Missverständnisse
- Depotgebühren zahlen ohne Grund: Gute Depots kosten dauerhaft 0 € Grundgebühr - laufende Depotgebühren sind heute fast immer vermeidbar.
- Viele Depots ohne Überblick: Mehrere Anbieter zu testen ist okay, aber Streuung entsteht im Portfolio (durch die Anlagen), nicht durch die Zahl der Depots.
- Freistellungsauftrag vergessen: Ohne ihn zieht der Broker ab dem ersten Euro Ertrag Abgeltungsteuer ab, obwohl der Sparerpauschbetrag frei wäre.
- Angst vor Anbieterpleite: Wertpapiere sind kein Teil der Insolvenzmasse - das Risiko liegt in den Anlagen selbst, nicht in der Verwahrung.
Wichtige Hinweise
- Ein Depotübertrag zu einem anderen Anbieter ist innerhalb Deutschlands kostenlos; die steuerlichen Einstandsdaten wandern mit.
- Gemeinschaftsdepots und Kinderdepots (mit eigenem Sparerpauschbetrag) sind möglich - Details und steuerliche Wirkung vorher prüfen.
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Verwandte Begriffe
Broker
Der Vermittler, über den Privatanleger Wertpapiere an der Börse kaufen und verkaufen.
Begriff verstehen →ETF
Börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index wie dem MSCI World nachbildet.
Begriff verstehen →Sondervermögen
Der gesetzliche Schutz von Fondsvermögen: Es ist vom Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt.
Begriff verstehen →Portfolio
Die Gesamtheit aller Geldanlagen einer Person - vom ETF bis zum Tagesgeld.
Begriff verstehen →Freistellungsauftrag
Der Auftrag an die Bank, Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei auszuzahlen.
Begriff verstehen →Ordergebühren
Die Kosten, die Broker und Börse pro Wertpapierkauf oder -verkauf berechnen.
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