Geldanlage & Börse
ETF
Definition
Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Investmentfonds, der die Wertentwicklung eines Index - etwa des MSCI World oder DAX - möglichst genau nachbildet. ETFs kombinieren breite Streuung mit niedrigen Kosten und sind jederzeit über die Börse handelbar.
Auch bekannt als: ETFs, Exchange Traded Fund, Indexfonds, börsengehandelter Indexfonds
Wie ein ETF funktioniert
Ein ETF versucht nicht, den Markt zu schlagen - er bildet ihn ab. Statt dass ein Fondsmanager einzelne Aktien auswählt, kauft der Fonds schlicht die Wertpapiere eines Index in dessen Gewichtung. Ein ETF auf den MSCI World enthält damit automatisch rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern; ein DAX-ETF die 40 größten deutschen börsennotierten Konzerne.
Weil dieses "passive" Nachbilden ohne teures Management auskommt, sind ETFs deutlich günstiger als klassische aktive Fonds: Die Gesamtkostenquote liegt bei breiten Aktien-ETFs häufig zwischen 0,1 % und 0,5 % pro Jahr, während aktive Fonds oft 1,5 % bis 2 % verlangen. Über Jahrzehnte macht dieser Kostenunterschied durch den Zinseszinseffekt einen erheblichen Teil des Endvermögens aus.
Ausschüttend oder thesaurierend
ETFs gibt es in zwei Varianten: Ausschüttende Fonds zahlen Dividenden und Zinsen regelmäßig aus - gut für alle, die laufende Erträge nutzen möchten. Thesaurierende Fonds legen die Erträge automatisch wieder an - der Zinseszins arbeitet dann ohne eigenes Zutun weiter, was sie für den langfristigen Vermögensaufbau besonders geeignet macht.
Wofür ETFs sich eignen
Der typische Einsatz ist der langfristige Vermögensaufbau per Sparplan: Schon ab etwa 25 € monatlich lässt sich automatisiert in den weltweiten Aktienmarkt investieren. Die breite Diversifikation über hunderte oder tausende Unternehmen senkt das Risiko einzelner Pleiten drastisch - das allgemeine Marktrisiko, also Kursschwankungen des Gesamtmarkts, bleibt allerdings bestehen.
Risiken und Grenzen
- Marktrisiko: Ein ETF fällt, wenn sein Index fällt - in Krisen auch um 30 % bis 50 %. Die Volatilität ist der Preis für die langfristige Renditeerwartung.
- Kein Kapitalschutz: Anders als Tagesgeld unterliegt ein ETF Kursschwankungen; Geld, das in wenigen Jahren gebraucht wird, gehört nicht in Aktien-ETFs.
- Themen- und Nischen-ETFs: Je enger der Index, desto geringer die Streuung - ein Wasserstoff- oder Einzelbranchen-ETF hat mit der Sicherheit eines Welt-ETFs wenig gemein.
- Sondervermögen: Das Fondsvermögen ist rechtlich vom Anbieter getrennt - bei einer Pleite der Fondsgesellschaft ist das Geld der Anleger geschützt.
Wichtige Hinweise
- Vergleiche vor dem Kauf die Gesamtkostenquote, die Nachbildungsqualität (Tracking-Differenz) und die Fondsgröße.
- Auf Erträge fällt in Deutschland Abgeltungsteuer an; bei thesaurierenden ETFs greift zusätzlich die Vorabpauschale. Der Sparerpauschbetrag stellt einen Teil der Erträge steuerfrei.
- Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
Passende Rechner
Verwandte Begriffe
TER (Gesamtkostenquote)
Die jährlichen laufenden Kosten eines Fonds in Prozent des Fondsvermögens.
Begriff verstehen →Diversifikation
Die Streuung des Vermögens über viele Anlagen, um das Risiko einzelner Ausfälle zu senken.
Begriff verstehen →Sparplan
Regelmäßiges, automatisiertes Investieren eines festen Betrags - z. B. monatlich in einen ETF.
Begriff verstehen →Volatilität
Das Maß für die Schwankungsintensität eines Kurses oder einer Geldanlage.
Begriff verstehen →Sparerpauschbetrag
Der jährliche Freibetrag, bis zu dem Kapitalerträge in Deutschland steuerfrei bleiben.
Begriff verstehen →