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Geldanlage & Börse

Ordergebühren

Definition

Ordergebühren sind die Kosten, die beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren anfallen - vom Broker-Entgelt über Handelsplatzgebühren bis zum Spread. Sie reichen je nach Anbieter von 0 € bis über 1 % des Ordervolumens.

Auch bekannt als: Ordergebühr, Orderkosten, Transaktionskosten

Woraus Orderkosten bestehen

Bei jedem Wertpapiergeschäft können bis zu drei Kostenarten zusammenkommen: das Entgelt des Brokers (fester Betrag, Prozentsatz oder 0 € bei Neobrokern), die Handelsplatzgebühr der Börse und - oft übersehen - der Spread, die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs. Der Spread taucht auf keiner Abrechnung auf, kostet aber real: Wer zum Briefkurs kauft und sofort zum Geldkurs verkaufen würde, verlöre die Differenz.

Anders als die laufende TER fallen Ordergebühren nur beim Handeln an. Daraus folgt die wichtigste Regel: Der größte Hebel gegen Orderkosten ist seltenes Handeln - Strategie schlägt Anbieterwahl.

Ein Praxisbeispiel

Dieselbe Order - 1.000 € in einen Welt-ETF - kostet je nach Weg sehr unterschiedlich: Beim Neobroker 1 € pauschal (0,1 %), beim klassischen Online-Broker rund 10 € (1 %), bei der Filialbank mit 1 % Provision plus Grundentgelt schnell 15-20 €. Bei einem monatlichen Sparplan über 20 Jahre summiert sich die Differenz zwischen 0 € und 1,5 % Ausführungsgebühr auf über tausend Euro - Geld, das zusätzlich dem Zinseszins entzogen wird.

Typische Fehler und Missverständnisse

  • Nur die Broker-Gebühr vergleichen: "0 € Order" kann durch breitere Spreads am angeschlossenen Handelsplatz teilweise aufgezehrt werden - bei marktbreiten ETFs zu Haupthandelszeiten ist der Effekt aber klein.
  • Zu kleine Orders: Bei 5 € Mindestgebühr kostet eine 100-€-Order 5 % - Sparpläne oder größere Abstände lösen das Problem.
  • Handelszeiten ignorieren: Abends und am Wochenende sind Spreads deutlich breiter, weil die Referenzbörsen geschlossen sind - Orders besser zwischen 9 und 17:30 Uhr aufgeben.
  • Häufiges Umschichten unterschätzen: Zehn "kleine" Umschichtungen pro Jahr können mehr kosten als die TER des gesamten Depots.

Wichtige Hinweise

  • ETF-Sparpläne sind bei vielen Brokern dauerhaft gebührenfrei - für den Vermögensaufbau meist der günstigste Weg.
  • Ordergebühren mindern steuerlich den Gewinn (sie erhöhen den Einstandskurs bzw. senken den Erlös) - die Abrechnung des Brokers erfasst das automatisch.

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