Grundlagen
Inflation
Definition
Inflation ist der anhaltende Anstieg des allgemeinen Preisniveaus einer Volkswirtschaft. Steigen die Preise, kann man sich für denselben Geldbetrag weniger leisten - das Geld verliert an Kaufkraft.
Auch bekannt als: Inflationsrate, Teuerung, Teuerungsrate, Geldentwertung, Preissteigerung
Was Inflation bedeutet
Inflation beschreibt, dass Waren und Dienstleistungen im Durchschnitt Jahr für Jahr teurer werden. Gemessen wird sie in Deutschland über den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts: Ein repräsentativer Warenkorb - von Lebensmitteln über Miete bis zu Versicherungen - wird laufend neu bewertet, die prozentuale Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist die Inflationsrate.
Die Europäische Zentralbank strebt mittelfristig eine Rate von 2 % pro Jahr an. Das klingt wenig, summiert sich aber: Bei konstant 2 % Inflation verliert Geld in 35 Jahren rund die Hälfte seiner Kaufkraft.
Warum Inflation für Sparer so relevant ist
Geld auf dem Girokonto oder unverzinst "unter dem Kopfkissen" wird durch Inflation schleichend entwertet - nicht der Betrag sinkt, sondern das, was man dafür bekommt. 10.000 € heute entsprechen bei 2 % jährlicher Teuerung in 20 Jahren nur noch einer Kaufkraft von etwa 6.730 €.
Für die Geldanlage folgt daraus eine einfache Messlatte: Erst eine Rendite oberhalb der Inflationsrate baut real Vermögen auf. Liegt der Zins unter der Teuerungsrate, wächst das Konto nominal, schrumpft aber real - ein Effekt, der bei niedrigen Zinsen und hoher Inflation besonders schmerzhaft ist.
Ursachen im Überblick
Inflation entsteht vereinfacht auf zwei Wegen: Entweder übersteigt die Nachfrage das Angebot (etwa nach Krisen oder bei stark wachsender Wirtschaft), oder die Kosten der Produktion steigen und werden an die Kunden weitergegeben (etwa bei teurer Energie oder gestörten Lieferketten). Auch die Geldpolitik spielt eine Rolle: Sehr niedrige Zinsen und eine wachsende Geldmenge können die Teuerung anheizen, weshalb Zentralbanken bei hoher Inflation die Leitzinsen anheben.
Was du konkret tun kannst
- Langfristig anlegen statt nur sparen: Breit gestreute Anlagen wie ETFs haben historisch Renditen oberhalb der Inflationsrate erzielt - garantiert ist das jedoch nicht.
- Real rechnen: Bei jeder langfristigen Planung (Sparziel, Ruhestand, Entnahmeplan) die erwartete Teuerung einbeziehen, nicht nur nominale Beträge.
- Notgroschen bewusst halten: Die eiserne Reserve gehört trotz Inflation auf ein sicheres, verfügbares Konto - ihr Zweck ist Verfügbarkeit, nicht Rendite.
Wichtige Hinweise
- Die offizielle Inflationsrate ist ein Durchschnitt; die persönliche Teuerung kann je nach Konsumverhalten deutlich abweichen.
- Deflation (sinkende Preise) klingt angenehm, gilt volkswirtschaftlich aber als mindestens ebenso problematisch.
- Historische Inflationsraten sind kein verlässlicher Indikator für künftige - plane mit Szenarien statt mit einem festen Wert.
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Verwandte Begriffe
Rendite
Der Ertrag einer Geldanlage im Verhältnis zum eingesetzten Kapital, meist pro Jahr angegeben.
Begriff verstehen →Zinseszins
Der Effekt, durch den bereits gutgeschriebene Zinsen selbst wieder Zinsen erwirtschaften.
Begriff verstehen →Notgroschen
Die schnell verfügbare Geldreserve für unerwartete Ausgaben - meist 3 bis 6 Monatsausgaben.
Begriff verstehen →