Grundlagen
Tagesgeld
Definition
Tagesgeld ist ein verzinstes Bankkonto ohne feste Laufzeit: Das Guthaben ist täglich verfügbar, der Zinssatz kann von der Bank jederzeit angepasst werden. Es gilt als eine der sichersten Anlageformen und ist der Standard-Ort für den Notgroschen.
Auch bekannt als: Tagesgeldkonto, Tagesgeldkonten
Wofür Tagesgeld gedacht ist
Das Tagesgeldkonto ist die flexible Mitte zwischen Girokonto und langfristiger Geldanlage: Anders als auf dem Girokonto gibt es Zinsen, anders als bei Festgeld oder ETFs kommst du jederzeit ohne Frist und ohne Kursrisiko an dein Geld. Genau diese Kombination macht Tagesgeld zum Standard-Ort für den Notgroschen und für Geld, das in absehbarer Zeit gebraucht wird - etwa für den nächsten Urlaub, ein Auto oder die Nebenkostennachzahlung.
Die Sicherheit kommt aus zwei Quellen: Es gibt keine Kursschwankungen, und Guthaben sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Person und Bank geschützt.
Ein Praxisbeispiel
Ein Notgroschen von 15.000 € liegt auf einem Tagesgeldkonto mit 2,5 % Zins. Das bringt rund 375 € Zinsen im Jahr - nicht viel, aber der Zweck des Geldes ist Verfügbarkeit, nicht Rendite. Braucht die Waschmaschine nächste Woche Ersatz, ist das Geld per Überweisung sofort auf dem Girokonto - ohne Kündigungsfrist, ohne Verkauf zu schlechten Kursen, ohne Dispokredit.
Typische Fehler und Missverständnisse
- Lockangebote überschätzen: Hohe Neukundenzinsen gelten oft nur wenige Monate und nur bis zu einer Maximalsumme - danach fällt der Zins deutlich. Auf den Bestandskundenzins achten.
- Tagesgeld als Langfristanlage: Über Jahrzehnte liegt der Tagesgeldzins meist unter der Inflation - real verliert das Geld an Wert. Für langfristigen Vermögensaufbau sind breit gestreute Anlagen geeigneter.
- Alles bei einer Bank: Bei Beträgen über 100.000 € die Einlagensicherungsgrenze beachten und auf mehrere Banken verteilen.
Wichtige Hinweise
- Der Zinssatz ist variabel - die Bank kann ihn jederzeit senken oder erhöhen; er folgt grob dem Leitzins.
- Zinserträge sind steuerpflichtig (Abgeltungsteuer); mit einem Freistellungsauftrag bleibt der Sparerpauschbetrag automatisch steuerfrei.
Passende Rechner
Verwandte Begriffe
Festgeld
Geldanlage mit fester Laufzeit und garantiertem Zinssatz - dafür ohne vorzeitigen Zugriff.
Begriff verstehen →Notgroschen
Die schnell verfügbare Geldreserve für unerwartete Ausgaben - meist 3 bis 6 Monatsausgaben.
Begriff verstehen →Einlagensicherung
Der gesetzliche Schutz von Bankguthaben bis 100.000 € pro Person und Bank.
Begriff verstehen →Zins
Der Preis für geliehenes Geld - als Ertrag beim Sparen, als Kosten beim Kredit.
Begriff verstehen →Freistellungsauftrag
Der Auftrag an die Bank, Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag steuerfrei auszuzahlen.
Begriff verstehen →Girokonto
Das Konto für den Zahlungsverkehr: Gehalt, Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen.
Begriff verstehen →