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Grundlagen

Zins

Definition

Der Zins ist der Preis für die zeitweise Überlassung von Geld, angegeben in Prozent pro Jahr. Wer Geld verleiht oder anlegt, erhält Zinsen als Ertrag; wer sich Geld leiht, zahlt Zinsen als Kosten.

Auch bekannt als: Zinsen, Zinssatz

Warum der Zins so zentral ist

Der Zins ist die Grundgröße fast aller Finanzentscheidungen: Er bestimmt, wie schnell Erspartes wächst, was ein Kredit kostet und ob sich eine Investition lohnt. Aus Sicht des Sparers ist der Zins eine Belohnung dafür, auf Geld vorübergehend zu verzichten. Aus Sicht des Kreditnehmers ist er der Preis dafür, Geld schon heute ausgeben zu können, das er erst morgen verdient.

Die Höhe des Zinses spiegelt dabei immer auch das Risiko wider: Je unsicherer die Rückzahlung, desto höher der verlangte Zinssatz. Deshalb kostet ein Dispokredit deutlich mehr als eine Baufinanzierung mit Immobilie als Sicherheit - und deshalb bieten riskantere Anlagen höhere Zinsen als das Sparkonto.

Ein Praxisbeispiel

10.000 € zu 3 % Zins pro Jahr bringen 300 € Zinsertrag. Bleiben die Zinsen auf dem Konto, werden sie im Folgejahr mitverzinst - dann greift der Zinseszins und aus 300 € werden 309 €, dann 318 €, und so weiter. Umgekehrt beim Kredit: Wer 10.000 € zu 8 % leiht, zahlt im ersten Jahr 800 € Zinsen - Geld, das nicht die Schuld verringert, sondern nur die Leihgebühr deckt. Erst die Tilgung baut den Kredit ab.

Typische Fehler und Missverständnisse

  • Nominal mit real verwechseln: 3 % Zinsen klingen gut - bei 2,5 % Inflation wächst die Kaufkraft aber nur um etwa 0,5 %. Entscheidend ist der Realzins.
  • Zinsen nur beim Sparen beachten: Die höchsten Zinssätze im Alltag sind Sollzinsen (Dispo, Kreditkarte). Teure Schulden abzubauen bringt oft mehr als jede Sparzins-Optimierung.
  • Prozent und Prozentpunkte verwechseln: Steigt der Zins von 2 % auf 3 %, ist das ein Prozentpunkt mehr - aber 50 % mehr Zinsertrag.

Wichtige Hinweise

  • Zinssätze werden fast immer pro Jahr (p. a.) angegeben - kürzere Zeiträume anteilig umrechnen.
  • Das allgemeine Zinsniveau folgt dem Leitzins der Zentralbank und verändert sich über die Jahre erheblich - langfristige Planungen sollten Zinsänderungen einkalkulieren.

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