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Kredite & Finanzierung

Sollzins

Definition

Der Sollzins (früher: Nominalzins) ist der reine Zinssatz, den eine Bank für ein Darlehen berechnet. Er enthält keine Nebenkosten - für den Vergleich von Kreditangeboten ist deshalb der effektive Jahreszins maßgeblich, der zusätzlich preisbestimmende Kosten einrechnet.

Auch bekannt als: Sollzinssatz, Nominalzins, gebundener Sollzins

Was der Sollzins aussagt

Der Sollzins beziffert, was das geliehene Geld selbst kostet: Bei 4 % Sollzins fallen auf 100.000 € Restschuld 4.000 € Zinsen pro Jahr an. Berechnet wird er immer auf die aktuelle Restschuld - beim Annuitätendarlehen sinkt die Zinslast deshalb mit jeder Rate, während der Tilgungsanteil wächst.

Meist wird der Sollzins für eine feste Zeit vereinbart - als gebundener Sollzins über eine Zinsbindung von z. B. 10 oder 15 Jahren. In dieser Zeit kann die Bank den Satz nicht ändern; danach wird die verbleibende Restschuld zum dann aktuellen Zinsniveau anschlussfinanziert.

Sollzins vs. effektiver Jahreszins

Der Sollzins allein taugt nicht zum Angebotsvergleich, denn er lässt Nebenkosten außen vor. Der effektive Jahreszins rechnet zusätzlich alle preisbestimmenden Kosten ein - etwa Bearbeitungsentgelte, Vermittlungskosten und die Verrechnungstermine der Zahlungen. Er ist gesetzlich vorgeschrieben und macht Angebote verschiedener Banken vergleichbar: Zwei Kredite mit identischem Sollzins können sich im Effektivzins deutlich unterscheiden.

Faustregel: Innerhalb eines Angebots beschreibt der Sollzins die Zinslast, zwischen Angeboten vergleicht man den Effektivzins.

Wovon die Höhe des Sollzinses abhängt

  • Marktzinsniveau: Basis ist das allgemeine Zinsumfeld, das stark von der Geldpolitik der Zentralbanken geprägt wird.
  • Zinsbindungsdauer: Längere Zinssicherheit kostet in der Regel einen Aufschlag.
  • Beleihungsauslauf: Je mehr Eigenkapital in eine Immobilienfinanzierung eingebracht wird, desto niedriger der Zinssatz.
  • Bonität: Bei Ratenkrediten hängt der angebotene Satz oft von Einkommen und Kreditwürdigkeit ab - beworbene "ab"-Zinsen erhalten nur die besten Bonitäten.

Wichtige Hinweise

  • Werbung nennt gern den niedrigen Sollzins - verbindlich für den Vergleich ist der effektive Jahreszins.
  • Bei variabel verzinsten Krediten kann der Sollzins während der Laufzeit steigen; das Zinsänderungsrisiko trägt der Kreditnehmer.
  • Das Zinsniveau zum Ende der Zinsbindung ist heute unbekannt - kalkuliere die Anschlussfinanzierung vorsichtshalber mit einem höheren Satz.

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