Immobilienfinanzierungsrechner
Berechne Darlehenssumme, monatliche Rate und Restschuld deiner Baufinanzierung - inklusive Beleihungsauslauf und Tilgungsverlauf.
Monatliche Rate
1.650 €
Darlehenssumme
360.000 €
Finanzierungsbedarf
440.000 €
Restschuld nach Zinsbindung
273.940 €
Das entspricht einem Beleihungsauslauf von 90 % und einer Eigenkapitalquote von 18,2 %. Während der Sollzinsbindung zahlst du insgesamt 198.000 € (davon 111.940 € Zinsen und 86.060 € Tilgung).
Bei gleichbleibendem Zins wäre die Immobilie nach 29 Jahre vollständig abbezahlt.
Was ist eine Immobilienfinanzierung?
Eine Immobilienfinanzierung (auch Baufinanzierung genannt) ist ein langfristiger Kredit zum Kauf oder Bau einer Immobilie, der durch die Immobilie selbst besichert wird. Anders als ein klassischer Ratenkredit (siehe Kreditrechner) läuft eine Baufinanzierung in Deutschland meist über Jahrzehnte, wird aber nur für einen Teil dieser Zeit - die Sollzinsbindung - zu einem festen Zinssatz vereinbart. Dieser Rechner bildet genau dieses deutsche Standardmodell ab: ein Annuitätendarlehen mit Sollzinsbindung.
Wie funktioniert ein Annuitätendarlehen?
Bei einem Annuitätendarlehen zahlst du über die gesamte Sollzinsbindung eine konstante monatliche Rate. Diese Rate setzt sich aus zwei Teilen zusammen:
- Zinsanteil - die Kosten für die noch offene Restschuld, berechnet auf Basis der Restschuld zu Beginn des jeweiligen Monats.
- Tilgungsanteil - der Teil der Rate, der die Restschuld tatsächlich verringert.
Weil die Restschuld von Monat zu Monat sinkt, sinkt auch der Zinsanteil - und da die Rate konstant bleibt, steigt der Tilgungsanteil automatisch an. Am Anfang der Finanzierung besteht die Rate überwiegend aus Zinsen, gegen Ende der Sollzinsbindung überwiegend aus Tilgung. Genau diese Verschiebung zeigt das Diagramm dieses Rechners.
Was bedeutet Sollzins?
Der Sollzins ist der vereinbarte, feste Jahreszins deiner Baufinanzierung während der Sollzinsbindung. Wichtig für die korrekte Berechnung: Anders als der gesetzlich vorgeschriebene effektive Jahreszins eines Ratenkredits (der bereits zinseszinsbereinigt ist, siehe Kreditrechner) ist der Sollzins bei Baufinanzierungen ein nomineller Jahreszins für die unterjährige (monatliche) Verzinsung. Banken berechnen den monatlichen Zins deshalb durchgängig als
Monatlicher Zins = Sollzins / 12
ohne geometrische Umrechnung. Das ist keine vereinfachte Näherung, sondern die marktübliche, fachlich korrekte Konvention für diesen Darlehenstyp - und der entscheidende Grund, warum dieser Rechner den Sollzins anders verarbeitet als der Kreditrechner den effektiven Jahreszins.
Was bedeutet Tilgung?
Die Tilgung ist der Teil deiner monatlichen Rate, der die Restschuld tatsächlich verringert. Die Anfangstilgung ist der Prozentsatz der Darlehenssumme, mit dem du im ersten Jahr tilgst (üblich: 1-4 %). Sie bestimmt zusammen mit dem Sollzins die anfängliche - und während der gesamten Sollzinsbindung konstante - monatliche Rate:
Monatliche Rate = Darlehenssumme × (Sollzins + Anfangstilgung) / 100 / 12
Eine höhere Anfangstilgung bedeutet eine höhere monatliche Rate, aber eine deutlich schneller sinkende Restschuld - und damit spürbar weniger Zinskosten über die Zeit (siehe Tabelle weiter unten).
Was ist die Sollzinsbindung?
Die Sollzinsbindung ist der Zeitraum (in Deutschland üblich: 5, 10, 15 oder 20 Jahre), für den der vereinbarte Sollzins garantiert festgeschrieben ist. Nach Ablauf der Sollzinsbindung ist die Immobilie in aller Regel noch nicht vollständig abbezahlt - die verbleibende Restschuld muss über eine Anschlussfinanzierung zu dann aktuellen (heute noch unbekannten) Zinskonditionen weiterfinanziert werden. Dieser Rechner zeigt dir deshalb gezielt die Restschuld genau zu diesem Zeitpunkt - der wichtigsten Kennzahl für die Planungssicherheit einer Baufinanzierung.
Wie berechnet sich die monatliche Rate?
Die monatliche Rate ergibt sich direkt aus Darlehenssumme, Sollzins und Anfangstilgung (siehe Formel oben) - sie bleibt über die gesamte Sollzinsbindung konstant, auch wenn sich das Verhältnis von Zins- zu Tilgungsanteil innerhalb der Rate monatlich verschiebt. Eine optionale monatliche Sondertilgung erhöht diese Rate um einen festen Zusatzbetrag und beschleunigt die Tilgung entsprechend.
Was sind Kaufnebenkosten?
Kaufnebenkosten sind einmalige Kosten, die beim Immobilienkauf zusätzlich zum Kaufpreis anfallen und in der Regel nicht über die Baufinanzierung mitfinanziert werden sollten (Banken verlangen dafür meist Eigenkapital):
| Kostenart | Typische Höhe | Bemerkung |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer | 3,5 % – 6,5 % des Kaufpreises | Abhängig vom Bundesland |
| Notar- und Grundbuchkosten | ca. 1,5 % – 2,0 % | Gesetzlich geregelte Gebühren |
| Maklerprovision | 0 % – 7,14 % | Abhängig von Verhandlung/Bundesland, oft geteilt zwischen Käufer und Verkäufer |
In Summe liegen die Kaufnebenkosten in Deutschland meist bei rund 10-15 % des Kaufpreises. Dieser Rechner bildet sie als einen einzigen, frei einstellbaren Prozentsatz ab (Standard: 10 %) - für eine exakte Aufteilung nach Bundesland empfiehlt sich zusätzlich eine Recherche der lokalen Grunderwerbsteuer.
Wie viel Eigenkapital ist sinnvoll?
Als Faustregel gilt: Mindestens die Kaufnebenkosten sollten aus Eigenkapital gedeckt werden, damit die Bank nicht mehr als den Kaufpreis selbst finanzieren muss. Darüber hinaus gilt allgemein:
- Unter 10 % Eigenkapitalquote (bezogen auf den Finanzierungsbedarf) - deutlich höhere Zinsen, da die Bank ein höheres Risiko trägt (hoher Beleihungsauslauf), teils schwierigere Kreditvergabe.
- 10-20 % Eigenkapitalquote - üblicher, solider Bereich für die meisten Baufinanzierungen.
- Über 20 % Eigenkapitalquote - spürbar bessere Zinskonditionen, da das Ausfallrisiko für die Bank sinkt.
Mehr Eigenkapital ist fast immer von Vorteil - es senkt sowohl die monatliche Rate als auch die Gesamtzinskosten, siehe Tabelle unten.
Was bedeutet Beleihungsauslauf?
Der Beleihungsauslauf (Loan-to-Value, LTV) beschreibt das Verhältnis zwischen Darlehenssumme und dem Wert der Immobilie:
Beleihungsauslauf = Darlehenssumme / Kaufpreis × 100
Er ist die zentrale Risikokennzahl für Banken bei der Zinsfestsetzung: Ein niedriger Beleihungsauslauf (z. B. unter 60 %) ermöglicht meist die besten Zinskonditionen, ein Beleihungsauslauf über 100 % (mehr Darlehen als Immobilienwert, z. B. bei Mitfinanzierung der Kaufnebenkosten) führt in der Regel zu spürbaren Zinsaufschlägen. Banken nutzen dafür oft einen konservativer angesetzten Beleihungswert statt des Kaufpreises - dieser Rechner verwendet den Kaufpreis als Näherung, da kein separater Beleihungswert erhoben wird.
Welche Finanzierung ist sinnvoll?
Es gibt keine pauschal "richtige" Finanzierung - folgende Faktoren sind aber immer relevant:
- Tragbare monatliche Rate. Als grobe Faustregel wird oft empfohlen, dass alle Kreditraten zusammen 35-40 % des monatlichen Nettoeinkommens nicht übersteigen sollten.
- Ausreichend hohe Anfangstilgung. Bei aktuell niedrigen Zinsen ist eine höhere Anfangstilgung (2-3 % statt 1 %) meist sinnvoll, um schneller Vermögen aufzubauen und das Zinsänderungsrisiko der Anschlussfinanzierung zu verringern.
- Sollzinsbindung an die eigene Planungssicherheit anpassen. Eine längere Sollzinsbindung (15-20 Jahre) kostet meist einen leichten Zinsaufschlag, schützt aber vor einem Zinsanstieg bei der Anschlussfinanzierung.
- Sondertilgungsoptionen nutzen, wenn regelmäßig zusätzliches Geld zur Verfügung steht - das senkt die Restschuld und die Zinskosten spürbar (siehe Beispielrechnung).
Beispielrechnung
Angenommen, du kaufst eine Immobilie für 400.000 €, bringst 80.000 € Eigenkapital (20 %) mit, vereinbarst einen Sollzins von 3,5 % und eine Anfangstilgung von 2 % bei 10 Jahren Sollzinsbindung (Kaufnebenkosten: 10 %):
- Finanzierungsbedarf: 440.000 € (Kaufpreis + 40.000 € Kaufnebenkosten)
- Darlehenssumme: 360.000 €
- Monatliche Rate: 1.650 €
- Restschuld nach 10 Jahren: 273.940,49 €
- Gezahlte Zinsen (10 Jahre): 111.940,49 €
- Gezahlte Tilgung (10 Jahre): 86.059,51 €
- Beleihungsauslauf: 90 %
Nach den 10 Jahren Sollzinsbindung sind also noch rund 76 % der ursprünglichen Darlehenssumme offen - diese Restschuld muss zu den dann aktuellen Zinskonditionen weiterfinanziert werden.
Einfluss der Anfangstilgung
Am selben Beispiel (360.000 € Darlehen, 3,5 % Sollzins, 10 Jahre Bindung), jetzt mit unterschiedlicher Anfangstilgung:
| Anfangstilgung | Monatliche Rate | Restschuld nach 10 Jahren |
|---|---|---|
| 1 % | 1.350 € | 316.970,25 € |
| 1,5 % | 1.500 € | 295.455,37 € |
| 2 % | 1.650 € | 273.940,49 € |
| 3 % | 1.950 € | 230.910,74 € |
| 4 % | 2.250 € | 187.880,99 € |
| 5 % | 2.550 € | 144.851,23 € |
Eine Verdopplung der Anfangstilgung (2 % auf 4 %) erhöht die Rate um rund 36 %, senkt die Restschuld nach 10 Jahren aber um mehr als 100.000 € - ein deutlich überproportionaler Effekt.
Einfluss des Sollzinses
Am selben Beispiel, jetzt mit unterschiedlichem Sollzins (2 % Tilgung, 10 Jahre Bindung):
| Sollzins | Monatliche Rate | Gezahlte Zinsen (10 Jahre) |
|---|---|---|
| 1 % | 900 € | 32.310,08 € |
| 2 % | 1.200 € | 64.368,20 € |
| 3,5 % | 1.650 € | 111.940,49 € |
| 5 % | 2.100 € | 158.830,63 € |
| 6 % | 2.400 € | 189.672,39 € |
Der Unterschied zwischen 2 % und 6 % Sollzins bedeutet bei identischer Darlehenssumme über 125.000 € zusätzliche Zinskosten allein in den ersten 10 Jahren - ein Vergleich mehrerer Finanzierungsangebote lohnt sich fast immer.
Einfluss der Eigenkapitalquote
Am selben Beispiel (400.000 € Kaufpreis, 3,5 % Zins, 2 % Tilgung, 10 Jahre), jetzt mit unterschiedlichem Eigenkapital:
| Eigenkapital | Darlehenssumme | Monatliche Rate | Beleihungsauslauf |
|---|---|---|---|
| 0 € | 440.000 € | 2.016,67 € | 110 % |
| 20.000 € | 420.000 € | 1.925,00 € | 105 % |
| 40.000 € | 400.000 € | 1.833,33 € | 100 % |
| 80.000 € | 360.000 € | 1.650,00 € | 90 % |
| 120.000 € | 320.000 € | 1.466,67 € | 80 % |
| 160.000 € | 280.000 € | 1.283,33 € | 70 % |
Mehr Eigenkapital senkt sowohl die Darlehenssumme als auch (in der Praxis oft zusätzlich verstärkt durch bessere Zinskonditionen bei niedrigem Beleihungsauslauf) die monatliche Rate.
Typische Fehler
- Nur auf die monatliche Rate schauen, statt auch Restschuld und Gesamtzinskosten über die Sollzinsbindung zu betrachten.
- Kaufnebenkosten unterschätzen oder mitfinanzieren. Wer Grunderwerbsteuer, Notar- und Maklerkosten nicht aus Eigenkapital deckt, erhöht die Darlehenssumme und damit den Beleihungsauslauf spürbar.
- Zu niedrige Anfangstilgung wählen. Bei 1 % Tilgung dauert die
vollständige Rückzahlung eines Darlehens Jahrzehnte länger als bei 2-3 %
- siehe Tabelle "Einfluss der Anfangstilgung" oben.
- Das Zinsänderungsrisiko der Anschlussfinanzierung ignorieren. Eine hohe Restschuld nach kurzer Sollzinsbindung bedeutet ein höheres Risiko, bei einem Zinsanstieg deutlich mehr zahlen zu müssen.
- Keinen Puffer für Instandhaltung/Nebenkosten einplanen. Eine Immobilie verursacht laufende Kosten über die Kreditrate hinaus (Rücklagen, Instandhaltung, Grundsteuer).
Grenzen des Rechners
- Der Rechner unterstellt einen konstanten Sollzins über die gesamte Sollzinsbindung - das entspricht der Vertragsrealität, gilt aber nicht für die Zeit danach (Anschlussfinanzierung).
- Das Tilgungsverlauf-Diagramm läuft über die Sollzinsbindung hinaus bis zur vollständigen Tilgung - dabei wird illustrativ angenommen, dass der aktuelle Sollzins auch danach unverändert weitergilt. Das ist eine bewusste Vereinfachung zur Veranschaulichung, keine Prognose: Die tatsächlichen Zinsen einer Anschlussfinanzierung sind heute nicht bekannt und können höher oder niedriger ausfallen.
- Der Beleihungsauslauf wird auf Basis des Kaufpreises berechnet, nicht eines separaten (oft konservativeren) Beleihungswerts der Bank.
- Bearbeitungsgebühren, Bereitstellungszinsen oder Sondertilgungsentgelte einzelner Banken sind nicht separat abgebildet.
- Steuern (z. B. auf Mieteinnahmen bei Kapitalanlage-Immobilien) sind nicht berücksichtigt.
- Die monatliche Sondertilgung wird als konstanter, gleichbleibender monatlicher Zusatzbetrag simuliert - reale Sondertilgungsrechte sind in der Praxis meist jährliche, frei wählbare Einmalzahlungen bis zu einer vertraglich vereinbarten Obergrenze (oft 5-10 % der Darlehenssumme pro Jahr).
Haftungshinweis
Dieser Rechner dient ausschließlich der allgemeinen Veranschaulichung einer Immobilienfinanzierung und stellt keine Finanzierungszusage, keine Anlageberatung und keine Zusicherung künftiger Zinskonditionen dar. Die tatsächlich angebotenen Konditionen hängen von deiner individuellen Bonität, der Immobilie und den Richtlinien der jeweiligen Bank ab und können von den hier berechneten Werten abweichen. Hole vor einer Finanzierungsentscheidung immer mehrere verbindliche Angebote ein und ziehe bei Bedarf unabhängige Beratung hinzu.
Häufige Fragen
Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Immobilienfinanzierung?
Als Faustregel sollten mindestens die Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, ggf. Makler - meist 10-15 % des Kaufpreises) aus Eigenkapital gedeckt werden. Darüber hinaus verbessert mehr Eigenkapital die Zinskonditionen spürbar, da es den Beleihungsauslauf senkt. Üblich sind Eigenkapitalquoten von 10-20 % des Finanzierungsbedarfs, siehe Kapitel 'Wie viel Eigenkapital ist sinnvoll?' oben.
Wie hoch sollte meine Tilgung sein?
Bei aktuell niedrigen Zinsen wird häufig eine Anfangstilgung von 2-3 % empfohlen statt der historisch üblichen 1 % - das verkürzt die Restschuld nach Ende der Sollzinsbindung deutlich und verringert das Risiko einer teuren Anschlussfinanzierung. Die Tabelle 'Einfluss der Anfangstilgung' oben zeigt konkret, wie stark sich das auswirkt.
Wie funktioniert ein Annuitätendarlehen?
Du zahlst über die Sollzinsbindung eine konstante monatliche Rate, die sich aus Zins- und Tilgungsanteil zusammensetzt. Weil die Restschuld sinkt, sinkt auch der Zinsanteil - der Tilgungsanteil steigt bei gleichbleibender Rate entsprechend. Siehe Kapitel 'Wie funktioniert ein Annuitätendarlehen?' oben für die Details.
Wie berechnet sich die Monatsrate einer Baufinanzierung?
Monatliche Rate = Darlehenssumme × (Sollzins + Anfangstilgung) / 100 / 12. Der monatliche Zins wird dabei als Sollzins/12 berechnet (nominale Baufinanzierungs-Konvention, anders als beim effektiven Jahreszins eines Ratenkredits) - siehe Kapitel 'Was bedeutet Sollzins?' oben.
Welche Nebenkosten fallen beim Immobilienkauf an?
Grunderwerbsteuer (3,5-6,5 % des Kaufpreises, abhängig vom Bundesland), Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1,5-2,0 %) sowie ggf. Maklerprovision (0-7,14 %). In Summe liegen die Kaufnebenkosten in Deutschland meist bei rund 10-15 % des Kaufpreises - siehe Tabelle 'Was sind Kaufnebenkosten?' oben.
Wie hoch sollte die Eigenkapitalquote sein?
Unter 10 % Eigenkapitalquote bedeutet meist deutlich höhere Zinsen (hoher Beleihungsauslauf). 10-20 % gilt als solider Standardbereich, über 20 % ermöglicht in der Regel spürbar bessere Konditionen. Die Eigenkapitalquote wird hier als Eigenkapital geteilt durch den gesamten Finanzierungsbedarf (Kaufpreis plus Kaufnebenkosten) berechnet.
Was passiert nach der Sollzinsbindung?
Die zu diesem Zeitpunkt verbleibende Restschuld muss über eine Anschlussfinanzierung zu dann aktuellen (heute unbekannten) Zinskonditionen weiterfinanziert werden. Dieser Rechner zeigt dir genau diese Restschuld, damit du das Zinsänderungsrisiko besser einschätzen kannst - siehe Kapitel 'Was ist die Sollzinsbindung?' oben.
Wie wirken sich Sondertilgungen auf meine Baufinanzierung aus?
Eine monatliche Sondertilgung erhöht deine Rate um einen festen Zusatzbetrag und fließt vollständig in die Tilgung - dadurch sinkt die Restschuld schneller und die Gesamtzinskosten sinken. In der Praxis sind Sondertilgungsrechte meist jährliche Einmalzahlungen bis zu einer vertraglichen Obergrenze (oft 5-10 % der Darlehenssumme pro Jahr) - dieser Rechner bildet sie vereinfacht als konstanten monatlichen Betrag ab.
Wie hoch sollte meine Kreditrate maximal sein?
Eine häufig genannte Faustregel: Alle monatlichen Kreditraten zusammen sollten 35-40 % des monatlichen Nettoeinkommens nicht übersteigen, damit auch bei unerwarteten Ausgaben genug finanzieller Spielraum bleibt. Dieser Rechner berechnet die Rate zu deinen eingegebenen Werten - ob sie individuell tragbar ist, hängt von deiner gesamten Haushaltsrechnung ab.
Was bedeutet Beleihungsauslauf?
Der Beleihungsauslauf (Loan-to-Value) ist das Verhältnis von Darlehenssumme zu Immobilienwert (hier näherungsweise der Kaufpreis) in Prozent. Er ist die zentrale Risikokennzahl für Banken bei der Zinsfestsetzung - ein niedriger Beleihungsauslauf (unter 60 %) ermöglicht meist die besten Konditionen, siehe Kapitel 'Was bedeutet Beleihungsauslauf?' oben.
Ist eine 100%-Finanzierung sinnvoll?
Eine 100%-Finanzierung (kein Eigenkapital, oder sogar Mitfinanzierung der Kaufnebenkosten) führt zu einem hohen Beleihungsauslauf und dadurch in der Regel zu spürbar schlechteren Zinskonditionen sowie einem höheren finanziellen Risiko. Sie kann in Einzelfällen sinnvoll sein (z. B. bei sehr hohem, stabilem Einkommen), ist aber grundsätzlich mit höheren Kosten und höherem Risiko verbunden als eine Finanzierung mit Eigenkapitalanteil.
Wie beeinflusst der Zinssatz meine Finanzierung?
Der Sollzins wirkt sich direkt auf die monatliche Rate und die Gesamtzinskosten aus. Am Beispiel von 360.000 € Darlehen über 10 Jahre steigen die gezahlten Zinsen von rund 32.310 € bei 1 % Sollzins auf über 189.672 € bei 6 % Sollzins - siehe Tabelle 'Einfluss des Sollzinses' oben.
Kann ich meine Baufinanzierung früher tilgen?
Ja, über eine höhere Anfangstilgung oder über Sondertilgungen - beide senken die Restschuld schneller und verkürzen die Zeit bis zur vollständigen Tilgung. Viele Banken erlauben kostenlose Sondertilgungen bis zu einem bestimmten Jahresbetrag; darüber hinaus kann eine Vorfälligkeitsentschädigung anfallen - das solltest du im Kreditvertrag prüfen.
Was kostet ein Haus wirklich?
Mehr als nur der Kaufpreis: Hinzu kommen Kaufnebenkosten (Grunderwerbsteuer, Notar, ggf. Makler, meist 10-15 % des Kaufpreises) sowie über die Finanzierungslaufzeit die gezahlten Zinsen. Am Beispiel dieses Rechners (400.000 € Kaufpreis) zahlst du allein in den ersten 10 Jahren zusätzlich rund 112.000 € Zinsen und 40.000 € Kaufnebenkosten - siehe Beispielrechnung oben.
Wie lange läuft eine Immobilienfinanzierung insgesamt?
Die Sollzinsbindung (5-20 Jahre) ist nur ein Teil der Gesamtlaufzeit bis zur vollständigen Tilgung. Bei üblichen Anfangstilgungen von 1-3 % dauert die vollständige Rückzahlung oft 25-40 Jahre - der Rechner zeigt dir diese Dauer unter der Annahme eines gleichbleibenden Zinses als 'Volltilgungsdauer' an.
Wie berechnet sich die Restschuld?
Die Restschuld ergibt sich aus einer monatsweisen Simulation: Jeden Monat wird der Zinsanteil auf die aktuelle Restschuld berechnet, der Rest der konstanten Rate (plus etwaige Sondertilgung) tilgt das Darlehen. Nach n Monaten lässt sich die Restschuld auch geschlossen berechnen: B_n = D×(1+i)ⁿ − Rate×[(1+i)ⁿ−1]/i, mit i als monatlichem Sollzins.
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und effektivem Jahreszins?
Der Sollzins ist bei Baufinanzierungen der nominale Jahreszins für die monatliche Verzinsung (Monatszins = Sollzins/12). Der effektive Jahreszins berücksichtigt zusätzlich alle Kosten und den Zinseszinseffekt und liegt deshalb meist minimal über dem Sollzins. Banken müssen beide Werte im Kreditvertrag ausweisen - für die reine Ratenberechnung einer Baufinanzierung ist der Sollzins die maßgebliche Größe.
Was ist eine Anschlussfinanzierung?
Die Anschlussfinanzierung (auch Prolongation oder Umschuldung) ist die Weiterfinanzierung der nach Ablauf der Sollzinsbindung verbleibenden Restschuld - zu den dann aktuellen Marktkonditionen, die höher oder niedriger als der ursprüngliche Sollzins ausfallen können. Dieser Rechner zeigt dir die Restschuld zum Ende der Sollzinsbindung, damit du dieses Risiko besser einschätzen kannst.
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