Geldanlage & Börse
Ausschüttender Fonds
Definition
Ein ausschüttender Fonds zahlt die im Fonds anfallenden Erträge - Dividenden und Zinsen - regelmäßig an die Anleger aus, meist quartalsweise oder jährlich. Er eignet sich für alle, die laufende Erträge nutzen möchten, etwa im Ruhestand.
Auch bekannt als: ausschüttend, Ausschüttung, ausschüttende Fonds, ausschüttende ETFs
Wie Ausschüttungen funktionieren
Ein ausschüttender Fonds sammelt die Erträge seiner Wertpapiere - Dividenden bei Aktienfonds, Zinsen bei Anleihefonds - und überweist sie in festen Abständen auf das Verrechnungskonto der Anleger. Je nach Fonds geschieht das jährlich, halbjährlich oder quartalsweise. Am Ausschüttungstag sinkt der Anteilspreis rechnerisch um den ausgezahlten Betrag - das Geld wechselt nur den Ort, vom Fondsvermögen auf dein Konto.
Der Charme liegt im spürbaren Ertrag: Ausschüttungen sind "sichtbares" Einkommen aus dem Vermögen, ohne dass Anteile verkauft werden müssen. Genau deshalb sind ausschüttende Fonds bei Anlegern beliebt, die von ihrem Kapital leben oder sich einen Zusatzertrag auszahlen lassen wollen.
Ein Praxisbeispiel
Ein Rentner hält 150.000 € in einem ausschüttenden Welt-ETF mit rund 2 % Ausschüttungsrendite. Das ergibt etwa 3.000 € pro Jahr bzw. 250 € pro Monat als laufenden Zuschuss zur gesetzlichen Rente - ohne Verkaufsorders, ohne Timing-Fragen. Schwankt der Markt, schwanken allerdings auch die Ausschüttungen; wer einen festen Betrag braucht, kombiniert besser Ausschüttungen mit einem geplanten Entnahmeplan.
In der Aufbauphase gilt das Gegenteil: Wer die Ausschüttungen ohnehin reinvestieren würde, spart sich mit einem thesaurierenden Fonds den manuellen Zwischenschritt.
Typische Fehler und Missverständnisse
- Ausschüttung als Zusatzgewinn: Die Auszahlung wird vom Anteilswert abgezogen - sie ist Umverteilung des eigenen Vermögens aufs Konto, kein Geschenk.
- Ausschüttungen versickern lassen: In der Aufbauphase landen Ausschüttungen oft unbemerkt im Konsum - damit entfällt der Zinseszins auf diese Beträge.
- Ausschüttungsrendite mit sicherem Einkommen verwechseln: Fondsausschüttungen schwanken mit den Erträgen der enthaltenen Titel und können sinken.
- Steuern vergessen: Ausschüttungen sind sofort steuerpflichtig (Abgeltungsteuer, bei Aktienfonds mit Teilfreistellung) - der Sparerpauschbetrag lässt sich damit allerdings gezielt Jahr für Jahr ausnutzen.
Wichtige Hinweise
- Kennzeichnung im Fondsnamen: "Dist"/"D" für ausschüttend, "Acc"/"C" für thesaurierend.
- Viele Broker bieten die automatische Wiederanlage von Ausschüttungen an - das kombiniert sichtbare Erträge mit Zinseszins-Disziplin.
Passende Rechner
Verwandte Begriffe
Thesaurierender Fonds
Ein Fonds, der Erträge automatisch wieder anlegt, statt sie auszuzahlen.
Begriff verstehen →Dividende
Die Gewinnbeteiligung, die Aktiengesellschaften an ihre Aktionäre ausschütten.
Begriff verstehen →ETF
Börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index wie dem MSCI World nachbildet.
Begriff verstehen →Entnahmeplan
Der geordnete Kapitalverzehr im Ruhestand: regelmäßige Auszahlungen aus dem angesparten Vermögen.
Begriff verstehen →