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Altersvorsorge

Rentenlücke

Definition

Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem gewünschten Einkommen im Ruhestand und den zu erwartenden Renteneinkünften. Sie ist die zentrale Planungsgröße der Altersvorsorge: Aus ihr folgt, wie viel privat angespart werden muss.

Auch bekannt als: Versorgungslücke, Vorsorgelücke

Die wichtigste Zahl der Altersvorsorge

Über Produkte lässt sich erst sinnvoll reden, wenn die Aufgabe beziffert ist - und die heißt Rentenlücke. Die Rechnung in drei Schritten: Erstens den Bedarf im Ruhestand schätzen - als Faustregel 80 % des letzten Nettoeinkommens (manche Kosten fallen weg, andere wie Gesundheit kommen dazu). Zweitens die erwarteten Einkünfte zusammentragen: gesetzliche Rente (aus der jährlichen Renteninformation, netto gedacht - Steuern und Krankenkasse abziehen), Betriebsrenten, bestehende private Verträge. Drittens die Differenz bilden - das ist die monatliche Lücke, die privates Vermögen füllen muss.

Ein Praxisbeispiel

Angestellter, 40 Jahre, 2.800 € netto: Bedarf im Ruhestand ca. 2.240 € (80 %). Erwartete gesetzliche Rente laut Renteninformation 1.700 € brutto, nach Abzügen real eher 1.400 €. Rentenlücke: rund 840 € monatlich - in heutiger Kaufkraft. Bis zur Rente in 27 Jahren bläht die Inflation diesen Betrag nominal auf etwa 1.430 € auf. Um das per Entnahmeplan über 25 Ruhestandsjahre zu decken, braucht er größenordnungsmäßig 350.000-450.000 € Kapital (je nach Verzinsung im Alter) - was bei 6 % Anlagerendite einem ETF-Sparplan von rund 500-600 € monatlich entspricht. Aus einer diffusen Sorge ist eine konkrete Monatsrate geworden.

Typische Fehler und Missverständnisse

  • Brutto mit netto verwechseln: Die Renteninformation nennt Bruttowerte - auf die Rente fallen Steuern sowie Kranken- und Pflegebeiträge an.
  • Inflation weglassen: Wer die Lücke in heutigen Euro plant und nominal spart, verfehlt das Ziel um Jahrzehnte-Inflation - immer in Kaufkraft rechnen.
  • Einmal rechnen, nie wieder: Gehaltssprünge, Kinder, Teilzeit und Zinsniveau ändern die Lücke - alle paar Jahre neu rechnen.
  • Sich von der großen Zahl lähmen lassen: Hunderttausende Euro Zielkapital wirken unerreichbar - zählbar ist nur die Monatsrate, und jeder früh gesparte Euro wiegt dank Zinseszins mehrfach.

Wichtige Hinweise

  • Sparziel-Rechner (Kapitalaufbau) und Entnahmeplan-Rechner (Kapitalverzehr) bilden genau die beiden Hälften dieser Rechnung ab.
  • Alle Größen sind Schätzungen mit Unsicherheit - lieber konservativ planen und positiv überrascht werden.

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