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Kredite & Finanzierung

Bonität

Definition

Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens - also die Wahrscheinlichkeit, dass Schulden vertragsgemäß zurückgezahlt werden. Banken ermitteln sie aus Einkommen, Ausgaben, bestehenden Verpflichtungen und Auskunftei-Daten wie dem Schufa-Score.

Auch bekannt als: Kreditwürdigkeit

Was Banken wirklich prüfen

Bevor eine Bank Geld verleiht, stellt sie eine einzige Frage: Wie wahrscheinlich bekommen wir es zurück? Die Antwort ist die Bonität - und sie speist sich aus zwei Quellen. Erstens der Kapitaldienstfähigkeit: Reicht das Einkommen nach Abzug aller Ausgaben und bestehenden Kredite verlässlich für die neue Rate? Zweitens dem Zahlungsverhalten der Vergangenheit, das Auskunfteien wie die Schufa als Score bündeln: bisherige Kredite, Zahlungsstörungen, Kontenzahl und mehr.

Die Bonität entscheidet nicht nur über Ja oder Nein, sondern über den Preis: Bei bonitätsabhängigen Zinsen zahlen gute Risiken 4 %, schwächere 10 % - für denselben Kredit.

Ein Praxisbeispiel

Zwei Bewerber für einen 20.000-€-Ratenkredit über 60 Monate: Frau A (unbefristet angestellt, keine weiteren Kredite, sauberer Score) erhält 5,5 % effektiv - Rate 382 €, Zinskosten rund 2.900 €. Herr B (Probezeit, laufende Handy-Finanzierung, eine vergessene Mahnung im Score) erhält 9,5 % - Rate 419 €, Zinskosten rund 5.150 €. Gleicher Kredit, 2.250 € Unterschied. Bonität ist damit bares Geld - und teilweise beeinflussbar.

Typische Fehler und Missverständnisse

  • Bonität mit Einkommen gleichsetzen: Ein hohes Gehalt mit hohen Fixkosten und fünf laufenden Finanzierungen kann schlechter dastehen als ein mittleres Einkommen mit geordneten Finanzen.
  • Kleinigkeiten schleifen lassen: Eine unbezahlte Rechnung, die zum Inkasso geht, belastet den Score jahrelang - Rechnungen und Raten immer pünktlich zahlen.
  • Viele Kreditanfragen parallel: Harte Kreditanfragen (statt Konditionsanfragen) in kurzer Folge wirken wie Geldnot und drücken den Score.
  • Eigene Daten nie prüfen: Fehlerhafte Auskunftei-Einträge sind keine Seltenheit - die kostenlose Selbstauskunft (einmal jährlich) deckt sie auf.

Wichtige Hinweise

  • Bonität verbessert sich durch Zeit und Verhalten: Kredite pünktlich bedienen, ungenutzte Konten/Karten kündigen, Dispo nicht dauerhaft nutzen.
  • Bei Ablehnung nicht sofort weiterfragen, sondern die Ursache klären - jede Bank gewichtet anders, aber der Grund liegt meist in den eigenen Daten.

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