Kapital-Online

Immobilien

Mietrendite

Definition

Die Mietrendite setzt die Jahresmiete einer Immobilie ins Verhältnis zu Kaufpreis und Kaufnebenkosten. Die Bruttomietrendite nutzt die Kaltmiete, die aussagekräftigere Nettomietrendite zieht zusätzlich die nicht umlegbaren Bewirtschaftungskosten ab.

Auch bekannt als: Bruttomietrendite, Nettomietrendite

Brutto und Netto: zwei Kennzahlen, ein Prinzip

Ob sich eine Immobilie als Kapitalanlage lohnt, beginnt mit einer simplen Frage: Wie viel Miete bringt jeder investierte Euro? Die schnelle Antwort liefert die Bruttomietrendite:

Bruttomietrendite = Jahreskaltmiete ÷ Kaufpreis × 100

Ehrlicher ist die Nettomietrendite: Sie rechnet in den Kaufpreis die Kaufnebenkosten ein und zieht von der Miete die nicht auf Mieter umlegbaren Kosten ab - Instandhaltungsrücklage, Verwaltung, Mietausfallrisiko. Sie liegt typischerweise 1-1,5 Prozentpunkte unter der Bruttorendite und ist die Zahl, mit der man rechnen sollte.

Ein Praxisbeispiel

Eigentumswohnung: Kaufpreis 300.000 €, Nebenkosten 30.000 €, Kaltmiete 950 €/Monat (11.400 €/Jahr). Bruttomietrendite: 11.400 ÷ 300.000 = 3,8 %. Netto: Von der Miete gehen jährlich rund 1.700 € für Verwaltung, Instandhaltung und Mietausfallpuffer ab; geteilt durch die Gesamtkosten von 330.000 € ergeben sich 2,9 %. Ob das attraktiv ist, zeigt der Vergleich mit Alternativen: Ein Welt-ETF hat historisch mehr gebracht - dafür bietet die Immobilie den Hebel der Finanzierung und Inflationsschutz über steigende Mieten, aber auch Klumpenrisiko und Arbeit.

Typische Fehler und Missverständnisse

  • Mit der Warmmiete rechnen: Nebenkosten sind durchlaufende Posten der Mieter - nur die Kaltmiete ist Ertrag.
  • Kaufnebenkosten weglassen: Die rund 10 % Nebenkosten gehören in den Nenner - sonst rechnet man sich die Rendite schön.
  • Vollvermietung ewig unterstellen: Leerstand, Mieterwechsel und Mietausfall sind Betriebsrisiko - ein Sicherheitsabschlag von einer halben bis ganzen Monatsmiete pro Jahr ist realistisch.
  • Wertsteigerung als sicher einplanen: Die Mietrendite ist der kalkulierbare Teil; Wertsteigerungen sind Hoffnung, keine Rechengrundlage.
  • Steuern und Finanzierung ignorieren: Zinsen, Abschreibung und Steuersatz verändern das Nettoergebnis erheblich - die vollständige Rechnung gehört vor jeden Kauf.

Wichtige Hinweise

  • Faustregel zur Ersteinschätzung ist auch der Kaufpreisfaktor (Kaufpreis ÷ Jahreskaltmiete): Werte über 25-30 gelten als teuer - er ist der Kehrwert der Bruttomietrendite.
  • Mit dem Immobilienfinanzierungsrechner lässt sich prüfen, ob Mieteinnahmen Rate und Rücklagen tragen.

← Alle Begriffe im Finanzlexikon